mo & bsd
02.

kann man einen menschen ändern? oder besser gesagt: kann man sich ändern?
kann man all die verhaltensmuster, die andere und vor allem wir uns aus schwarzen samt gewebt haben über bord werfen und letztendlich als strahlend weißes, gebügeltes leinen aufwachen?

als ich sie nach langer zeit wiedertraf, war ich geschockt: sie war fast genau das, was ich immer sein wollte. ich glaubte, mich ihr ein wenig genähert zu haben, doch als sie mich so geküsst hatte, wusste ich: ich war kein Stück wie sie.
sie war optimistisch, naiv, nett, großzügig, ein klein wenig treudoof (aber auf eine liebenswerte art und weise) und die jungs gafften ihr immerzu hinterher, so sehr strahlte sie.
und ich war immer noch zynisch, arrogant, großschnäuzig, pessimistisch, pseudo-intellektuell und keines weiteren blickes wert.

wie oft hatte ich mir vorgenommen, ein bisschen mehr serena van der woodsen und ein bisschen weniger vanessa abrams zu sein? letzten endes war ich immer jenny humphrey, die sich ein image aufbaut, das schneller bröckelt, als es gestalt annimmt.
langsam müsste ich es besser wissen, doch nachts in meinem bett bastele ich weiter an der fantasie vom perfekten ich. ich erstelle pläne vom perfekten kleiderstil, vom perfekten zimmer und wie ich in welcher situation zu reagieren habe, sodass ich smart, clever, witzig und liebenswert rüberkomme.

ich habe meine seele an die perfektion verkauft, und obwohl ich einen derart großes geschäft gemacht habe, bin ich alles andere als reich.
10.7.08 16:20
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Corinna / Website (11.7.08 14:19)
wunderbares eintrag!
ich probier auch schon seit jahren das alte ich hinter mir zu lassen und neu anzufangen, aber das ist wohl viel schwieriger als vorgestellt...
ich wollte mal kurz bescheid geben, dass ich seit längerem bei LJ schreibe. myblog geht mir auf'n keks -.-

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